Disruptive Innovationen & zukünftig aussterbende Jobs

Disruptive Innovationen (= Innovationen, die die Erfolgsserie einer bereits bestehenden Technologie, eines bestehenden Produkts oder einer bestehenden Dienstleistung ersetzen oder diese vollständig vom Markt verdrängen) verändern die Spielregeln ganzer Branchen und stellen den "Marktführer" vor ein Dilemma, sodass dieser im ungünstigsten Fall gar nicht erst überlebt.

Einige Bekannte Bespiele aus der Vergangenheit sind die Gasbeleuchtung, welche von der Glühbirne abgelöst wurde, die Tonbandkassette, die von der CD abgelöst wurde, die wiederum von heutigen Streaming-Diensten und elektronischer Musikübertragung bedroht ist.

Ein weiteres gängiges Beispiel sind die heutigen Autos, welche das frühere Modell der Pferdekutschen mit wenigen Ausnahmen vollständig ablösten.

Durch disruptive Technologien werden jedoch nicht nur Dinge des Alltäglichen Lebens nach und nach in Vergessenheit geraten, sondern auch ganze Berufsfelder.

Bereits über 4,4 Millionen Jobs könnten heute in Deutschland durch Computer ersetzt werden

Rar, aber immer noch da!

Zuerst möchten wir ein paar fast vergessene Berufe nennen, welche zwar noch ausgeübt werden, es aber nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es sie gar nicht mehr gibt:

Als erstes haben wir den Beruf des Harzers, welcher im Wald Baumharz für die Herstellung von Teer und Terpentin sammelt. Ganz veraltet, aber immer noch auf der Erde vertreten sind auch (Kammer)Diener, was sich aber auch heute kaum noch die Reichsten der Reichen leisten. Mit der Erfindung der Glühbirne wurde auch der Beruf des Gaslaternen-Anzünders zur absoluten Seltenheit. Auch immer seltener, in Deutschland kaum bis gar nicht mehr vertreten, sind Holzfäller, Uhrmacher und Regenschirm-Reparateure. Bei dem Beruf des Gnomonisten braucht man sogar ein Wörterbuch (fast ersetzt durch das Internet) um zu erfahren, was das denn ist: Jemand der die Sonnenuhr einstellt.

Jobs, die es früher gab - heute nicht mehr

Ganz veraltet und bereits unvorstellbar als Beruf sind Tätigkeiten aus anderen Jahrhunderten, von denen wir Ihnen heute den ein oder anderen vorstellen möchten:

Wofür heute jeder sein Smartphone benutzt, gab es früher den Aufwecker, dessen einzige Aufgabe darin bestand, jeden Morgen jemanden aufzuwecken. Für lange Routen ohne Licht würde sich heute jeder selbstverständlich eine Taschenlampe mitnehmen und einfach losziehen, früher jedoch wurde dafür ein Fackeljunge beauftragt. Von Maschinen innerhalb weniger Sekunden erledigt und deswegen bereits vollständig abgelöst, ist der Beruf eines Bowling-Pin-Aufstellers.

Heute noch vertreten - aber wie lange?

Besonders interessant ist natürlich jetzt die Frage, welche Berufe denn in Zukunft vom Aussterben bedroht sind:

Fangen wir an mit den offensichtlichsten, wie DVD Verkäufer, welche zwar noch anzutreffen sind, jedoch stark unter den heutigen Streaming-Anbietern leiden. Fotografen für Passbilder und ganze Fotostudios werden heute bereits durch Fotoautomaten und Internetangeboten ersetzt. Auch Verkehrs- und Logistikberufe sind gefährdet, da immer bessere Computer Programme entwickelt werden. Zwar betrifft dies weniger die Lager- und Transportarbeit, jedoch berichten Medien, dass in diesem Bereich die Fachkräfte sogar bis zu 100% ersetzbar sind.

Ein weiterer Überblick mit aktuellen Berufen und deren Ersetzbarkeit (Substituierbarkeitspotential in Prozent) folgt:

  • Back-, Konditor- und Süßwarenherstellung - 75,3 %
  • Bergleute - 83,9%
  • Chemie- Kunststoffberufe - 89,8%
  • Elektroberufe 75,6%
  • Getränke- & Genussmittelherstellung 79,1%
  • Industrie, Werkzeugmechaniker 74,3%
  • Metallfahrzeugbearbeitung und Metallbearbeitung 82,5%
  • Papierherstellung, -verarbeitung und -druck - 79,9%.
  • Spinnberufe, Textilhersteller und Textilveredlerinnen 74,2%
  • Steinbearbeitung 82,1%

Wer sich keine Sorgen machen muss

Bestimmte Berufe sind zum Glück jedoch unersetzbar. Zum Beispiel sind Berufe in der Körperpflege (2,3%), im Gesundheitswesen mit Approbation (5,7%), Lehrer (3,1%, Musiklehrer sogar 0%) und allgemein soziale Berufe sowie Künstler nicht von Robotern ersetzbar.

Falls Sie sich für weitere Berufe und deren Substituierbarkeitspotential interessieren, können Sie über folgende Seite weitere Schätzungen finden: https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/studie-digitalisierung-und-arbeitsplaetze-welche-jobs-betroffen-sind/12724850-2.html

Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste! Lesen Sie mehr dazu in einem unserer nächsten Blogbeiträge über "Neu entstandene Berufe durch Disruptive Innovation"

Weitere Quellen: http://www.spiegel.de/fotostrecke/aussterbende-berufe-jobs-ohne-zukunft-fotostrecke-160450-20.html https://t3n.de/news/aussterbende-berufe-zukunft-557899/

Ich freue mich über Ihre Anregungen